
18.05.2010
Bonitätsprüfungen unbrauchbar
vom 18.05.2010 | AFP
Verbraucher sollten ihre bei Auskunfteien gespeicherten Daten zur Kreditwürdigkeit genau überprüfen: Bei einem Test der Zeitschrift "Finanztest" waren die Daten der Schufa nur bei elf von 89 Testpersonen komplett und korrekt. Besonders häufig fehlten demnach sogenannte Finanzmerkmale, zum Beispiel Angaben über Girokonten, Kreditkarten, Handyverträge oder laufende Kredite. Fehlerhafte Angaben können Folgen für künftige Kreditverträge haben.
Bei der Auswertung aller von der Schufa übermittelten Datensätze der 89 Testpersonen zeigte sich laut "Finanztest", dass die Personenangaben wie Name und Anschrift fast immer richtig waren. Nicht korrekt war aber insgesamt gut ein Drittel der Finanzmerkmale. Am häufigsten fehlten Daten (28 Prozent). Acht Prozent aller Daten waren inzwischen veraltet, ein Prozent falsch.
"Finanztest" überprüfte sechs große deutsche Auskunfteien - neben der größten, der Schufa, waren dies Creditreform, Accumio, Bürgel, Deltavista und Infoscore. Bei den letzten vier sei die Datenlage "mehr als dünn", berichtete die Zeitschrift: Denn diese Auskunfteien speichern neben Personendaten (Name, Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift) nur Negativdaten wie etwa Mahnverfahren, Insolvenzen oder Haftbefehle. Dennoch berechnen alle Auskunfteien aus diesen Daten einen Score, der etwas über das Zahlungsverhalten und die Zahlungsfähigkeit aussagen soll und den etwa Banken, Mobilfunkanbieter oder Versandhändler nutzen.
Der im Bundesdatenschutzgesetz vorgeschriebenen Pflicht, den Verbrauchern auf Anfrage auch ihren Scoring-Wert mitzuteilen, kam laut "Finanztest" nur die Schufa uneingeschränkt nach. Die Creditreform habe diesen Wert nur an zwei Drittel der Tester übermittelt, Bürgel nur in vier von 25 Fällen, Accumio, Infoscore und Deltavista gar nicht. Dies sei "nicht rechtmäßig", sagte der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, der Zeitschrift. "Finanztest" kritisierte auch, dass bei Bürgel keine Identität geprüft wurde, bei Infoscore nur in einigen Fällen. Die anderen Auskunfteien verlangten demnach eine Kopie des Personalausweises, bevor sie die Daten verschickten.
Auskunfteien stufen die Bonität von Verbrauchern vor Geschäfts- und Vertragsabschlüssen im Auftrag von Banken und anderen Unternehmen ein. Sie berechnen dafür einen sogenannten Scoring-Wert. Seit dem 1. April können Verbraucher einmal im Jahr kostenlos Auskunft über diese Werte verlangen. ! Nutzen Sie die Chance.
Haben Sie schon Ihre Auskünfte bei den sogenannten Auskunfteien überprüfen lassen ? Bei so viel Fehlern sind diese Auskünfte für uns unbrauchbar, gefährlich und sehr bedenklich zu verwenden.
Wir können uns diese Fehler o. Fehleinschätzungen nicht leisten !
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